Mittwoch, 6. Juni 2018

Turtles all the way down ~ John Green


Turtles All the Way Down by John Green 
Wie auch das vorherige Buch bezieht sich diese Rezension auf die englische Originalausgabe. Vor einiger Zeit hatte ich "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" gelesen und vermutlich den Fehler gemacht es auf Deutsch zu lesen. Der Schreibstil der Übersetzerin hat mir persönlich nämlich überhaupt nicht gefallen und ohne die richtigen Worte kommt auch der beste Inhalt einfach nicht richtig an. Trotzdem habe ich mich entschlossen eine kleine John Green Pause einzulegen und das nächste Green Buch in der Originalsprache zu lesen. Gesagt, getan und ich habe es nicht bereut. Daher empfehle ich allen, die der englischen Sprache mächtig sind das Buch im Original zu lesen.
Das neue Buch von John Green, einem hochgelobten Autor: "Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken" oder im Original "turtles all the way down".
Inhalt:
Aza Holmes ist ein Teenager mit psychischen Problemen, eine Krankheit, die viele betrifft und auch immer mehr ins Gespräch kommt. Sie selbst beschreibt ihre Gedanken wie einen Dämon, der ihren Körper besitzt und ihre Gedanken kontrolliert oder wie eine Spirale die sich immer weiter zuengt. Sie hat Zwänge und panische Angst davor eine C. diff Infektion zu bekommen. Es ist ein Krankenhauskeim welches zum Tod führen kann. Da ihr Vater eines Tages sehr plötzlich gestorben ist hat sie diese Gedanken entwickelt, die sie nicht kontrollieren kann.
In einem Camp für Kinder, welche einen Elternteil verloren haben lernte sie Davis kennen. Als sein Vater, ein Milliardär plötzlich am Tag vor der Razzia in seinem eigenen Haus wird eine Belohnung ausgeschrieben auf die Person, die von Russel Picketts Verbleib weiß.
Daisy, Azas beste Freundin ist erpicht darauf das Geld zu bekommen und so versuchen die beiden den Fall zu lösen.
Währenddessen versucht Aza ihre psychischen Probleme in den Griff zu bekommen doch es scheint nur schlimmer zu werden, als sie beginnt sich in Davis zu verlieben, weil sie beginnt sich selbst im Weg zu stehen.

Meine Meinung:
Wer ein wahres Happy End will ist bei John Green an der falschen Adresse. Seine Geschichte ist realitätsnah und echt. Natürlich war es zum Teil schwer zu lesen, als Aza mit sich selbst kämpfte und man selber frustriert war, weil sie nicht den einfachen Weg wählt sondern einfach in die falsche Richtung läuft. Obwohl ich Aza teilweise sehr frustrierend fand, denke ich sie ist eine tolle Protagonistin und nicht wie man es oft liest das perfekte Mädchen, dass keine Makel hat.
Die Story selbst war nicht gerade ein Aktionroman, aber da es hier mehr um die innere Verfassung und Problembewältigung geht ist dies auch absolut nicht nötig. Die Sprache fand ich persönlich unglaublich gut. John Green wählte für meinen Geschmack genau die richtigen Worte. Interessant fand ich auch (anscheinend ist mir das bei Das Schicksal ist ein mieser Verräter nicht aufgefallen), dass er als männlicher Autor die Probleme eines jungen Mädchens wiederspiegelt. Seine Beweggründe dahinter kenne ich nicht, aber auffallend ist diese Entwicklung in der Bücherwelt trotzdem. Früher war lesen und schreiben reine Männerdomäne, sodass auch die Protagonisten männlich waren. Heutzutage wird ein Großteil der Roman so scheint es mir von Frauen geschrieben und auch die Protagonisten werden zunehmend weiblich. Das aber nur als kleine Anmerkung am Rande.
Auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, glaube ich in mitbekommen zu haben, dass dieser Roman auch autobiografischen Charakter hat. Inwiefern es stimmt kann ich nicht sagen, aber das ist ganz nett zu wissen.
Ich persönlich dachte deshalb die ersten zwanzig Seiten, dass Aza ein Junge wäre und war ziemlich verwirrt, bis sich das geklärt hat. Aber das ist eher meine Schuld und nicht die John Greens.

Eure Bücherdiebe

Englische Ausgabe (gebunden): Amazon,     Dutton-Penguin
Deutsche Ausgabe (gebunden): Amazon , Hanser Literaturverlage
Bewertung: ****;5 / *****
Seiten: 288 (e)/ 284 (d)
Verlag: Dutton by Penguin oder Hanser-Literaturverlage
Preis:  12,99€ / 20€
ISBN13:  978-0-52-555536-0 / 978-3-44625903-4

Freitag, 1. Juni 2018

Der Report der Magd ~ Margaret Atwood

Ein Buch, dem sein Ruf bereits vorauseilt und das nicht umsonst: Der Report der Magd ist eine Dystopie, welche näher an der Realität kaum sein könnte.
Ich werde die englischen Begriffe verwenden, da diese geläufiger sind und ich das Buch in der Originalsprache gelesen habe und so nicht alle deutschen Bezeichnungen kenne. In der Republik von Gilead sind die Menschen in verschiedene Gruppen aufgeteilt und jede hat ihre eigene Kleidung, sodass der soziale Stand einer Person für alle sichtbar nach außen gekehrt wird. Es gibt Commander (in schwarz), ihre Frauen (in blau) und ihre Kinder(in weiß). Doch da sehr viele Frauen nicht mehr in der Lage sind Kinder zu bekommen wird den Commander eine Handmaid (in rot) zugeteilt. Ihr alleiniger Sinn ist es Kinder zu bekommen, sie helfen den Marthas (in grün) aber zum Teil auch beim Einkauf. Marthas sind für den Haushalt zuständig. Sie kochen und backen mit dem, was noch zur Verfügung steht, da in Gilead viele Bereiche kontaminiert sind und Anbau und Viehzucht auf nur wenigen Flächen möglich ist. Für die Ausbildung der Handmaids und einige Zeremonien sind Tanten (in braun) verantwortlich. Sie sind die einzigen Frauen, denen es gestattet ist zu lesen und Wissen zu besitzen. Meist sind es ältere Frauen. Niedriger stehende oder arme Familien haben einen einfachen Haushalt, basierend auf dem alt-traditionellen Familienbild. Der Mann bringt genug Geld (metaphorisch gesprochen, da in Gilead kein wirkliches Geld im Umlauf ist) ins Haus und die Frau genannt Econowife (in grün, rot und blau) kümmert sich um den Haushalt. Die drei Farben symbolisieren ihre im Bestfall drei Rollen, die sie ausführen soll. Sie ist sowohl für den Haushalt zuständig, übernimmt die Pflichten der Frau und sofern sie noch fruchtbar ist auch die Rolle der Handmaids. Sie sind eine der niedrigsten Gesellschaftsschichten, abgesehen von den Unwomen. Zu der Gruppe der Unwomen gehören sterile, geschiedene oder unverheiratete Frauen, sowie Lesben, Nonnen und Feministinnen. Falls eine Handmaid nach sechs Jahren und drei verschiedenen Männern kein Kind bekommen hat wird auch sie zu dieser Gruppe gezählt. Unwomen werden in die Kolonien geschickt, wo sie in der Regel giftigen Abfall entsorgen. In den Kolonien sind die, der Regierung verhassten Teile der Gesellschaft von der restlichen Bevölkerung abgeschirmt und sterben meist innerhalb weniger Jahre. Eine Randgruppe sind noch die Jezebels, sie sind das Äquivalent zu Prostituierten und nur außerhalb von Gilead zu finden. Frauen konnten anstelle davon in die Kolonien geschickt zu werden manchmal aussuchen und die Entscheidung treffen Jezebels zu werden. Es gibt außerdem unter den Männern auch verschiedene Gruppen, doch diese sind für einen gröberen Überblick nicht allzu wichtig.
Die soziale Struktur in Gilead ist relativ komplex, deshalb musste ich ein wenig ausholen. Der Roman folgt der Geschichte von Offred, welche gezwungen wurde eine Handmaid zu werden.Ihren Mann Luke und ihr Kind hat sie nicht mehr wieder gesehen, seit sie in das Ausbildungszentrum für Handmaids gebracht wurde. Man erfährt ihren wahren Namen nicht, aber  der Name Offred zeigt bereits die Repression dieser speziellen Gruppe. Da sie den Commander zugeteilt werden werden sie als deren Eigentum gesehen und sind “Of” und der Name des Commanders, also “von” ihrem Commander. Im deutschen heißt sie Desfred, also lateinisch “von”. In Zeitsprüngen innerhalb der Kapitel erfahren wir, wie es zum Putsch kam und die Machtübernahme in Gilead stattfand. Generell sind die Ereignisse in ihrer Reihenfolge, beginnend bei Offred, welche schon im Haus ihres neuen Commanders ist. Spezielle Ereignisse lösen bei ihr Erinnerungen aus, welche sich wie ein Puzzle Stück für Stück zusammensetzen, bis man am Ende aus ihrer Sichtweise verstanden hat, was ihr widerfahren ist.
Interessant ist diese Dystopie, weil sie sehr real und auch atypisch für ihr Genre ist. Margaret Atwoods Intention war es eine weibliche Hauptperson zu schaffen, was zu dem Erscheinungszeitpunkt (1985) sehr ungewöhnlich war (, Bezug nehme ich hier auf 1984, welches sie stark prägte und Fahrenheit 451, nur um zwei zu nennen). Außerdem ist bekannt, dass Atwood Elemente übernahm, modifizierte und zusammenführte, welche sie in der Gegenwart und Vergangenheit in verschiedenen Ländern fand. Das macht das Buch so unglaublich faszinierend und auch schockierend, weil einem vor Augen geführt wird, wie einige Gesellschaften degradieren oder wie sich Menschen und Weltbilder im Laufe der Zeit ändern. Mit vielen schief gegangenen Atomversuchen sind bereits einige Orte der Welt nicht mehr besiedelbar. In nahe gelegenen Regionen ist die Geburtenrate bereits stark abgefallen. Die Regierung von Gilead will die Bevölkerung mit dem Putsch in die richtige Richtung lenken. Natürlich war die Intention hinter der Veränderung positiv, aber Leute in Kolonien zu schicken, sie auszubeuten und zu wissen, dass sie in mehreren Monaten sterben werden mutet sehr an Verhältnisse im zweiten Weltkrieg an und wir alle wissen, dass das nicht gut ausgehen kann.
Auch benutzt Margaret Atwood viele dystopische Elemente, wie Farben, um die soziale Hierarchie darzustellen. Es ist allen klar, dass Farben hier auch viel mehr ausdrücken und das rot hier nicht bloß für Liebe steht, sondern die Gefahr verdeutlicht. Liebe wird hier als Begriff missbraucht, denn es ist nicht die Liebe, wie wir sie kennen gemeint, sondern eigentlich eher Sex ohne Liebe, also Lust. Aber an diesem Punkt könnte ich vermutlich noch 100 Seiten füllen, belasse es aber bei der Kurzfassung.
Ohne das Ende von Offreds/ Desfreds Geschichte zu verraten gehe ich auf das Ende des Buches ein. Nachdem Offreds Geschichte erzählt wurde kommt ein Teil “Historische Notiz”. Zuerst dachte ich es würde sich um einen Anhang handeln, den ich für gewöhnlich überspringe, entschloss mich jedoch dafür ihn trotzdem zu lesen. Dieser Teil beschäftigt sich nicht direkt mit der vorhergehende Geschichte, sondern dem fiktionalen Hintergrund und der Gesellschaft nach Gilead. Eine sehr interessante Erklärung dazu gab John Green in seiner Buchbesprechung zu eben diesem Roman. Die beiden Videos sind unten verlinkt und sehr zu empfehlen.
Generell ist der Roman, obwohl er 1985 zuerst veröffentlicht wurde immer noch aktuell. Viele der damaligen Probleme sind geblieben oder haben sich sogar verschlimmert. Das Buch ist außerdem unglaublich gut geschrieben. Man kann sich die Umstände der Handmaids gut vorstellen und spürt konstant die Unterdrückung wie ein leises konstantes Summen im Hintergrund. Margaret Atwood ist eine der hellsten Stimmen in der Literatur der Gegenwart und gibt auch Frauen eine Stimme in der Literatur. Der Roman ist also mehr als empfehlenswert und definitiv ein must-read.
Eure Bücherdiebe
Buchbesprechung John Green: Teil 1 Teil 2
Englische Ausgabe: Amazon Penguin
Deutsche Ausgabe: Amazon Piper
Bewertung: *****/*****
Verlag: Piper/  Penguin Vintage 
Seiten: 416 /320
Preis: 12€ (deutsches TB)/ £8,99 (englisches TB)
ISBN13 (deutsche/englische Ausgabe): 978-3-492-31116-8 / 978-0-099-51166-3

Sonntag, 18. März 2018

Der große Gatsby ~ F. Scott Fitzgerald


Die heutige Rezension beschreibt eines der meistanalysiertesten Werke englischer Literatur. Ob es sich lohnt das Buch auch in der Freizeit zu lesen erfahrt ihr hier.

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Inhalt:
Große Partys sind DAS Markenzeichen von Jay Gatsby, doch hinter der schönen Fassade verbirgt sich mehr, als nur das. Geschrieben aus der Perspektive von Nick Carraway, einem Außenstehenden wird einem ein Einblick in die Neue Welt gewährt, ins New York des Goldenen Zeitalters. Gatsby lebt in West Egg, dem Viertel des Neuen Geldes, wohingegen Daisy Buchanan in East Egg lebt.  Auf der Suche nach der Erfüllung Gatsbys Wünschen und Hoffnungen, zeigt sich, was wirklich zählt. Das Gatsby die Partys jeden Samstag nur für Daisy gibt, in der Hoffnung sie würde kommen, weiß sie nicht. Trotzdem strebt er nach Geld und Ruhm, um ihr das Leben zu ermöglichen, welches sie pflegen möchte. Man erlebt Jays und Daisys Wiedersehen mit, doch die fünf Jahre seit ihrem letzten Treffen haben die Verhältnisse zwischen den beiden sehr erschwert.  Doch vielmehr, als die Liebe der Beiden steht der Verfall moralischer und ethischer Werte in Amerika zu dieser Zeit  im Vordergrund. Man spürt den Einfluss aus dem Umfeld und die Prädestiniertheit des Schicksals, das jede Person ereilen wird. Das Ende ist zwar nicht vorhersehbar, nachdem man es kennt, ist jedoch klar, dass es eigentlich nicht anders hätte kommen können.
Man muss dazu sagen, dass ich das Buch auf Englisch gelesen habe, sodass meine Meinung zu der deutschen Übersetzung  anders ausfallen könnte.

Der Schreibstil:
Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen. Jedes Wort hatte seine Bedeutung und jedes Wort, noch so unscheinbar, war wichtig für den Verlauf des Romans. Nicht umsonst ist es ein wahrer Klassiker und ein oft-gelesenes Buch.
Meine Meinung:
Der Roman ist direkt, nachdem ich ihn ausgelesen habe an die Spitze meiner Lieblingsbücher gerutscht. Das Buch hatte etwas an sich, was man nicht wirklich in Worte fassen kann, was einen sofort in seinen Bann gezogen hat. Man fühlte mit den Charakteren mit, freute sich und litt mit ihnen. Der Schreibstil war auch unglaublich toll und es wird vermutlich nicht das einzige Buch bleiben, das ich von Fitzgerald lesen werde. Die Charaktere waren durchdacht und die Atmosphäre immer passend. Durch die starke Symbolik des Buches  hat man alles noch deutlicher gespürt. Ein Buch, was jeder (Bücherwurm oder eigentlicher Nicht-Leser) gelesen haben muss.
Vergleich zum Film:
Direkt, nachdem ich das Buch beendet habe, habe ich auch den Film geguckt, sodass sich ein Filmvergleich hier anbietet. Auch der Film hat mir äußerst gut gefallen. Natürlich mussten hier und da ein paar Details abgeändert werden, aber es ist sehr viel auch erhalten geblieben. Leonardo DiCaprio spielt hierbei einen sehr überzeugenden Gatsby, welcher viel durchmacht. Der Film beginnt, anders als der Roman mit einer Vorschau in die Zukunft, in der Nick Carraway bei einem Therapeuten sitzt und über das Vergangene redet. Er beginnt die Geschichte aufzuschreiben und damit beginnt dann auch das im Roman beschriebene Geschehen. Da der Roman auch nur auf eine kleinere Zeitperiode beschränkt ist und viel aus Beschreibungen der Umgebung oder der Gefühle beruht, musste nicht viel weggelassen werden. Vor allem die Partys kann man sich gut vorstellen, mit ihrer 20er Jahre Faszination. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Symbolik des Grünen Lichts, als Hoffnungsträger und „American Dream“ übernommen wurde. Auch der Film ist empfehlenswert, natürlich kein Meisterwerk der Literatur, wie der Roman, aber schön zu sehen, nachdem das Buch ausgelesen ist.


Ein Lese-Muss

Eure Bücherdiebe

Englisch Ausgabe:  Amazon
Deutsche Ausgabe: ReclamAmazon
Bewertung: ***** von *****
Seiten: 192 /239
Verlag: Penguin / Reclam
Preis: 8,49€ / 8,95€
ISBN: 978-0-24-196567-2 / 978-3-15-020514-3

Sonntag, 11. März 2018

The catcher in the Rye ~ J. D. Salinger



Die heutige Rezension beschäftigt sich mit dem oftgelesenen Buch: The catcher in the Rye. Erst kürzlich ist der Film A rebel in the Rye über den Autor J.D. Salinger erschienen mit Nicholas Hoult in der Hauptrolle und Zoey Deutch, einer meiner persönlichen Lieblingsschauspielerinnen.

Bildergebnis für the catcher in the rye little brown

Inhalt:
Der Protagonist Holden Caulfield ist alles andere, als ein Streber. Die Menschen in seiner Umgebung nerven ihn einfach nur und die einzige Person, die er wirklich leiden kann ist seine Schwester. Er fliegt relativ schnell wieder von der dutzendsten Schule, die er besucht und sein Leben scheint ein einziges Desaster zu sein. Trotzdem steht in dem Roman eher der zwischenmenschliche Aspekt der Beziehungen im Vordergrund. Holden kommt mit fast niemandem klar und kritisiert das Verhalten seiner Mitschüler. Seine einzige Stütze ist seine kleine Schwester. Man begleitet ihn auf seinem Weg, sein Leben wieder einigermaßen in den Griff zu kriegen. 

Sprache:
Die Sprache war sehr gewöhnungsbedürftig und teils auch nicht jugendfrei. Die Wortwahl war nicht meins, aber nicht zwingend schlecht. Sie hat auf jeden Fall zu dem Inhalt gepasst, da sie Holdens Abneigung gegen alles verdeutlicht hat. Außerdem war der Schreibstil rhetorisch differenziert und wären die Schimpfwörter und Kolloquien nicht gewesen, hätte es mir wahrscheinlich auch gut gefallen.

Meine Meinung:
Leider habe ich das Buch mit hohen Hoffnungen angefangen zu lesen. Da sehr viele sagen, dass dieses Buch sie sehr geprägt hat, dachte ich, es könnte bei mir ähnlich sein. Es war im Endeffekt nämlich nicht so. Der Protagonist hat eine tolle Entwicklung gemacht, aber dies nur leider im letzten, sehr kurzen Kapitel. Holden ging mir meistens ziemlich auf die Nerven, da er alles und jeden kritisierte. Am Ende ist er selbst seiner Schwester gegenüber einfach nur respektlos und sein Verhalten ist mir vollkommen unergründlich. Der Schreibstil war nicht mein, ich werde andere Bücher vom Autor vermutlich mal zum Vergleich lesen, da mich eigentlich "nur" die Schimpfwörter und Kolloquien aufgeregt haben. Ich habe das Buch stark gestückelt von Ende März 2017 bis jetzt, also Anfang März 2018 gelesen, da ich es nach ungefähr immer 50 Seiten nicht mehr ausgehalten habe und für ein paar Monate weggelegt habe. Die Idee war gut und insgesamt hat mir nicht allzu schlecht gefallen. Ich bin trotz allem froh es einmal gelesen zu haben und denke, dass es einfach nichts für mich war.

Eure Bücherdiebe

Eckdaten:

Sterne: ***,5 von *****
Seiten: 234 Seiten (englische Taschenbuch Ausgabe)
Verlag: Little Brown
Preis: 5,90€
Alter: ab 16 mindestens
ISBN: 978-0-316-79948-8

Sonntag, 1. Oktober 2017

Die Bücherdiebin ~ Markus Zusak

Eine Rezension zu einem unglaublich guten Buch, mit einem sehr wichtigen historischen Inhalt.
Zum Inhalt: Die Bücherdiebin wird ins nationalsozialistische Deutschland hineingeboren, verfolgt von Vorurteilen und Menschen. Liesel, unsere Protagonistin ist relativ jung und wird von ihren Eltern weggeschickt.
Zum Inhalt:
Die Bücherdiebin wird ins nationalsozialistische Deutschland hineingeboren, verfolgt von Vorurteilen und Menschen. Liesel, unsere Protagonistin ist relativ jung und wird von ihren Eltern weggeschickt, um ihr bessere Überlebenschancen zu sichern. Die Fahrt verläuft weniger angenehm für Liesel und ihre Mutter. Durch den Zwischenfall stielt Liesel ihr erstes Buch. Angekommen bei ihrer neuen Familie freundet sie sich jedoch sehr schleppend mit den Hubermanns an, findet nach einiger Zeit aber ihren Platz in der Gesellschaft. Alle gewöhnen sich an die neue Situation, bis Max reinschneit und alles durcheinander zu bringen scheint. Doch auch an ihn gewöhnt man sich und vor allem für Liesel wird er zu einem richtig guten Freund. In "Die Bücherdiebin" folgen wir dem Leben von Liesel zu Kriegszeiten.

Der Schreibstil:
Markus Zusak hat in seinem Roman eine sehr interessante Erzählperspektive gewählt. Der auktoriale Erzähler ist der Tod. Er steht distanziert vom Geschehen und erzählt wie aus Vogelperspektive. Obwohl er nicht allwissend ist, bekommen wir viel von den Gefühlen Liesels und ihren Mitmenschen zu spüren. Auch kann der Erzähler sich immer weiter mit Liesel identifizieren, der eine mitreißende Geschichte widerfährt.

Meine Meinung:
Das Buch ist ein Klassiker unserer Zeit. Der Inhalt ist unglaublich relevant und verleitet den Leser zu unglaublich viel Empathie. Was mich anfangs abgeschreckt hat, war die anfängliche Distanz zwischen dem Erzähler und der Geschichte. Obwohl der Roman schon traurig beginnt, wird es sehr subtil erzählt und auch der Tod spendet einem keinen Trost. Je weiter es in das Buch geht, desto mehr identifiziert sich der Tod mit Liesel und dem Schreibstil wird bei traurigen Szenen die Härte genommen. Natürlich ist es keine leichte Sommerlektüre für Zwischendurch, jedoch lohnt es sich das Buch gelesen zu haben. Ich kann allen diesen Roman nur wärmstens empfehlen, daher auch die gute Bewertung.

Eure Bücherdiebe

PS Obwohl unser Name von diesem Buchtitel abgeleitet war, haben wir beide das Buch leider erst jetzt gelesen ;)

Eckdaten:

Sterne: ***** von *****
Verlag: Blanvalet - Randomhouse
Preis: 10,99€ (broschiert)
Seiten: 586
Link: Randomhouse  Amazon
ISBN: 978-3-442-37395-6
Alter: ab 15 Jahren (je älter, desto besser, da schwierige und emotionale Themen verarbeitet werden)

Freitag, 25. August 2017

Das Bildnis des Dorian Gray ~ Oscar Wilde

Ein Klassiker, der von meiner Meinung nach noch zu wenigen gelesen wurde.

Zum Inhalt:

Dorian Gray ist ein Junggeselle und muss seinen Platz in der Gesellschaft noch finden. Durch sein schönes Aussehen, seinen guten Stand und seine gute Erziehung ist dies jedoch augenscheinlich kein Problem. Auch der Maler Basil Hallward wird nach einer gewissen Zeit auf den hübschen Jüngling aufmerksam und will ein Portrait von ihm malen. Ein Portrait, dass für Basil das beste Werk bislang ist und für Dorian der Anfang seiner Tragödie.
Als beide vor dem vollendeten Portrait stehen äußert Dorian den Wunsch, dass nicht er, sondern das Portrait altern solle. Dies geschieht auch und wird Dorian zum Segen und Fluch. Dorian beginnt ein schändliches Leben zu führen, jedoch zeigt sich sein Lebenswandel nur in seinem Portrait. Sein Gesicht bleibt das eines jungen Mannes. Der Roman begleitet sein Leben und beschreibt die einzelnen Etappen, die Dorian zu dem selbstsüchtigen Mann machen und sein Verhalten prägen.

Meine Meinung:

Auch wenn der Inhalt nicht das war, was mich zwingend interessiert, habe ich mich an den Klassiker herangewagt. Bereut habe ich es auf jeden Fall nicht. Der Schreibstil war unglaublich schön und einzigartig. Die Wortwahl war sehr poetisch und hat sehr gut demonstriert, wie ein toller Roman geschrieben sein muss. Die Geschichte selbst war auch sehr interessant, da Dorian sich in den Oberflächlichkeiten des Lebens selbst findet und ihm dies zum Verhängnis wird. Man spürt förmlich seinen Verfall und kann nicht anders,als die ganze Zeit zu denken, wie schaffst du es dich so stark in Schwierigkeiten zu begeben. In diesem Moment scheint ihm das Handeln richtig, aber die Konsequenzen die daraus für seine Person folgen sind enorm. Hauptthema des Romans ist die Destruktion. Dorian selbst bekommt sie an seinem Portrait sogar vor Augen geführt, aber da es nicht an ihm selbst passiert führt er sein Leben weiter auf die gleiche Art und Weise fort.
Das Buch war zweifelsohne eines der besten, die ich bisher gelesen habe. Man spürt sofort den Unterschied zwischen einem guten Buch und einem brillanten Klassiker. Vieles liegt aber auch an der Übersetzung und daher sind die Übersetzer ein wichtiger Punkt. Ich habe den Roman auf deutsch gelesen, in der Übersetzung von Hedwig Lachmann und Gustav Landauer. Auf anderen Sprachen kann es sein, dass der Schreibstil abweicht und weniger qualitativ ist, aber auf deutsch war er sehr gut.

PS: Es gibt von diesem Buch sehr viele Ausgaben, die je nach Einbandart und Erscheinungsdatum vom Preis unterschiedlich sind. Die Ausgabe die ich verlinke ist identisch mit meiner, kostet nur anstatt 8€ (der Preis den ich auch bezahlt habe) jetzt 11€ und ist im Taschenbuchformat. Ich mag persönlich die Fischer Klassik Ausgabe, weil sie den Beitrag aus dem Kindlers Literatur Lexikon abgedruckt hat. Daher entscheide ich mich meist für diese Ausgaben. (wie zum Beispiel bei Effi Briest)


Eine absolute Empfehlung.

Eure Bücherdiebe

Meine Ausgabe : Fischer Klassik
Bewertung *****/*****
Seiten: 251
Link: Amazon
Verlag: Fischer Klassik
Preis: 11 €
ISBN: 978-3-596-90118-0

Mittwoch, 23. August 2017

Gebrauchsanweisung für Finnland ~ Roman Schatz

Hei ihr Lieben,
Gebrauchsanweisung für Finnlanddas Buch, das ich euch jetzt vorstellen möchte, habe ich schon vor längerer Zeit gelesen, wollte aber erst einmal schauen, was mich in Finnland selbst alles so erwartet. Das Buch "Gebrauchsanweisung für Finnland" wurde von Roman Schatz, dem, wie ich von meiner ersten Gastfamilie erfahren durfte, wohl bekanntesten und berühmtesten Deutschen, der in Finnland nun schon seit vielen Jahren lebt, fließend finnisch spricht und das Land so gut kennt, wie es Einheimische tun, geschrieben.

Inhalt:
In seinem Werk beschreibt Schatz nicht nur Land und Leute, sondern schreibt auch über Gewohnheiten und Vorurteile gegenüber Finnland und Finnen. In Finnland leben fünf Millionen Einwohner, dazu hat jeder Haushalt, jedes Sommerhaus eine Sauna. Und das ist nicht übertrieben!! Wenn in Finnland ein Haus gebaut wird, wird meistens als erstes eine Sauna gebaut. Zwei andere besondere Punkte, die man über Finnland wissen sollte, ist zum einen die Rivalität zu Schweden. Wenn Finnland gegen Schweden in Wettbewerben gewinnt, ist die Freude am größten. Und: Finnen lieben Eishockey. Was für den Deutschen Fußball ist, ist für den Finnen Eishockey. Zusätzlich zu eben diesem Sport gibt es in Finnland noch andere äußerst spezielle, und wie ich finde lustige Sportarten, wie zum Beispiel Frauentragen oder Gummistiefelweitwurf. Roman Schatz erklärt die Geschichte seiner Wahlheimat, die Politik, das Thema Alkohol und die Komplexität der finnischen Sprache.

Meine Meinung:
Schatz beschreibt eindrücklich die Eigenarten der Finnen mit viel Humor und einigen Anekdoten. Vieles hat mich in Finnland schmunzeln lassen, wenn ich genau das wiedererkannt habe, was Schatz in seinem Werk beschrieben hat. Sowohl die oben erwähnte Sauna-Eigenart (sogar in einem Theater darf eine Sauna nicht fehlen. Im Ernst! Ich hab`s mit eigenen Augen gesehen), als auch die skurrilen Sportarten (im Frauentragen gibt es sogar eine Weltmeisterschaft). Bevor ich nach Finnland gefahren bin (einer meiner Träume ist endlich in Erfüllung gegangen), wollte ich unbedingt die finnische Sprache lernen. Was ich dabei vergessen hatte: Finnisch ist eine der schwierigsten Sprachen und hat vor allem überhaupt keine Ähnlichkeit zu irgendeiner Sprache, die ich bisher gelernt hatte. Außerdem gibt es im Finnischen ganze 15 Fälle (und ich dachte schon die deutsche Sprache wäre kompliziert). Ein paar Wörter kann ich zwar jetzt, aber viel mehr wird es wahrscheinlich nicht... Echt schade! Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, das mir eine Freundin geschenkt hatte, war ich begeistert. Es zeigt, wie ich vor allem dann auch im Nachhinein gemerkt habe, wie Finnen sind (manchmal etwas still und wortkarg) und was man am besten lassen oder unbedingt tun sollte.
Für jeden Finnland-Liebhaber oder diejenigen die noch welche werden wollen ein unbedingtes Muss und ich würde empfehlen es nach dem Finnlandurlaub ein zweites Mal zu lesen, um sich zu erinnern und das Gelesene besser verstehen zu können.

Eckdaten:
Seiten: 240 Seiten 
Alter: 14
ISBN: 978-3-492-27654-2
Preis: 15 €
Verlag: Piper-Verlag
Sterne:****von*****


Eure Bücherdiebe

Dienstag, 15. August 2017

Somerton Court ~ Leila Rasheed

Die heute Rezension ist zu dem ersten Teil einer Buchtrilogie. Teil 1: Die Rückkehr nach Somerton Court
Das Buch habe ich auf dem Bücherregal meiner Oma gefunden und dachte, dass es mich interessieren könnte und habe später herausgefunden, dass es auch offiziell zum Young Adult Genre zählt. Für alle Downton Abbey Fans ist ein tolles Buch, um wieder in die Zeit und Welt einzutauchen.

Zum Inhalt:

England 1912. Nach einem Aufenthalt in Indien und einem politischen Skandal um Lord Westlake kehrt Familie Averley nach Somerton Court zurück. Um die Existenz von Somerton Court sichern zu können heiratet er Fiona, nun Lady Westlake. Doch zwei der Töchter müssen in diesem Jahr bei Gesellschaft eingeführt werden und bei dem einen Skandal in Indien wird es nicht bleiben, denn Ada, die ältere Tochter von Lord Westlake hat ihre eigenen Interessen. Ravi und Ada scheinen sich nicht abgeneigt, aber einfach ist es nicht. Aber Ravi ist ein Inder und keine gute Partie für Ada, sodass sie nicht nur ihr Leben, wie sie es kannte, sondern auch das ihrer Familie aufs Spiel setzt, wenn sie die falsche Partie macht.

Zu meiner Meinung:

Die Geschichte hinter dem Buch war nett und echt süß. Das Buch war unglaublich schnell zu lesen und der Schreibstil sehr leicht. Ich weiß zwar noch nicht, ob ich die Trilogie beenden werden, weil man viel in diesem Buch bereits von Anfang an voraussagen konnte und es somit dem Leser nicht zum weiterlesen "gezwungen" hat. Obwohl sie 35/36 Jahre alt war, als Somerton Court erschien, hatte ich persönlich das Gefühl, dass ihr etwas Erfahrung fehlt. Die Idee selbst war gut, auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, aber an der Ausführung hat es gehapert. Man freut sich zwar, wenn kleine Hinweise eingestreut werden, aber hier waren sie nicht versteckt und sehr direkt. Ich hätte mich mehr gefreut, wenn mal etwas passiert wäre, was man vorher überhaupt nicht ahnen konnte. Dieser Punkt ist aber soweit mein einziger Kritikpunkt und ich mochte das Buch trotzdem. Da ich absoluter Downton Abbey Fan bin und wie alle nach dem Ende der Serie mehr von dieser Welt haben wollte, war dieses Buch eine gute Wahl. Die Personen und das persönliche Umfeld ist durch den Indien-Einfluss dennoch anders, als Downton. Dies ist in keinster Weise ein negativer Kritikpunkt. Wenn man Downton kennt, vergleicht man automatisch und das Buch war zum Glück kein Downton Abklatsch, sondern eine sehr süße Geschichte mit einem wirklich schönen Handlungsort.

Viel Spaß beim Lesen
Eure Bücherdiebe

Eckdaten:

Sterne: ***,5/*****
Link: Fischer Verlag, Amazon
Preis: 9,99 (Taschenbuch)
Seiten: 381
ISBN: 978-3-596-19689-0

Donnerstag, 10. August 2017

Herzklopfen auf Französisch ~ Stephanie Perkins

Nach einer Weile wieder eine Rezension, und zwar zu dem Roman "Herzklopfen auf Französisch".

Zum Inhalt:

Anna wird von ihren Eltern gegen ihren Willen nach Paris auf ein Internat geschickt. Sie weiß, dass sich normalerweise jedes Mädchen ihres Alters darüber freuen würde, aber sie wurde nicht einmal gefragt. Dazu kommt noch ihre vollkommene Unkenntnis gegenüber der Landessprache. Da ihr nichts anderes übrig bleibt richtet sie sich im Internatsszimmer ein und trifft direkt am ersten Tag Meredith. Sie freunden sich an und so wird Anna direkt Teil der mit ihr jetzt fünfköpfigen Freundesgruppe. Obwohl sie in der Stadt der Liebe gelandet ist, so läuft in Liebessachen bei ihr und ihrem Umfeld nicht alles so gut, wie es sollte. Da ist ihre High School Liebe, die sie in Atlanta zurücklassen musste, Dave, der versucht ihre Aufmerksamkeit zu erregen und der umwerfende Étienne St. Clair, der ihr zwar sofort ins Auge springt, leider aber eine Freundin auf dem lokalen College hat.

Schreibstil:

Da ich das Buch als englisches Hörbuch gehört habe, kann ich zwar nicht so viel zu der Deutschen Übersetzung sagen, aber auf Englisch hat mir der Schreibstil sehr gut gefallen. Der Schreibstil war sehr flüssig und man konnte gut folgen und das Buch war so lockerleicht geschrieben, wie es die Liebesgeschichte erforderte.

Meine Meinung:

Der Inhalt hat mir im Allgemeinen gut gefallen, auch wenn einige Details zu viel oder fehl am Platz waren. Die Liebesgeschichte (,die den Großteil des Buches ausmachte) war echt süß und mit süßen Pariser Details gespickt. Trotzdem: Der Ausgang der Geschichte war vorauszuahnen und für meinen Geschmack war es zum Ende hin ein bisschen sehr viel hin und her. Das Katz und Maus Spiel hat am Anfang Spaß gemacht und zum Ende hin, wirkte das klammerhafte Verhalten von Étienne zu aufgesetzt für meinen Geschmack. Auch Dave war mir ein bisschen zu viel, wenn man Annas Gefühle ihm gegenüber berücksichtigt. Ein anderes Detail, was mir sehr gut gefallen hat, ist der Fakt, dass die Namen der Personen der Reihe bereits erwähnt wurden (Lola und Isla). Die Geschichte von ihnen wird zwar nicht weiter ausgeführt, aber man bekommt schon Lust mehr zu lesen (Lola and the Boy next door/ Isla and the happily ever after bzw Schmetterlinge im Gepäck / Rendezvous in Paris).
Trotz der aufgeführten und eigentlich eher irrelevanten Kritikpunkte hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Eure Bücherdiebe

Eckdaten:
Sterne: ****/*****
Verlag: cbj (randomhouse)
Link: Randomhouse, Amazon
Preis: 8,99€ (Taschenbuch)
ISBN: 978-3-570-40220-7

Sonntag, 9. Juli 2017

Girl online ~ Zoe Sugg, Siobhan Curham

Das Buch wurde, als es erschien schon sehr kritisch beäugt. Ich habe eine Weile gewartet es zu lesen und hatte aufgrund der vielen negativen Rezensionen, die ich zu dem Buch kannte auch keine Erwartungen an das Buch.


Zum Inhalt:
Penny ist der Tolpatsch Nummer eins in Brighton und eine internationale Katastrophe wie es sich herausstellt. Um sich einen Wohlfühlort zu schaffen, nachdem sie erfolglos versucht hat Tagebuch zu schreiben, beschließt Penny einen Anonymen Blog zu schreiben. Natürlich schreibt sie, wie der Buchtitel verät unter dem Namen Girl online und mit der Zeit wächst ihr Blog relativ stark. Ihre Mutter hat ein Hochzeitsplannungsgeschäft in den Lanes und bekommt einen Job in New York angeboten. Doch ohne ihren besten Freund Elliot kann sie nicht fliegen, den seit einem Autounfall bekommt sie immer öfter Panikattacken. So kommen die Eltern auf die Idee, bis Weihnachten Elliot mit nach New York zu nehmen. Im Waldorf Astoria angekommen beginnen für Penny die aufregendsten Weihnachtsferien ihres Lebens, denn sie lernt Noah kennen. Doch immer wieder tauchen ihre alte Schulfreundin Megan und ihre Schwärmerei Ollie auf der Bildfläche auf und gestalten ihr Leben schwieriger, als gedacht.

Das Cover:
Normalerweise sage ich nichts zum Cover, aber da ich selber zu der Zeit, an der das Buch erschienen ist mit der Youtuberin Zoella auf dem laufenden war, weiß ich, dass auf den Länder-ausgaben der Bücher jeweils andere Polaroidbilder abgedruckt sind und teilweise sogar von Zoella-fans Bilder abgedruckt wurden. Das ist ein nettes Detail, was Leser, welche Zoella nicht verfolgen vermutlich nicht wissen. Das englische Cover finde ich persönlich mit dem Blauton sehr schön.

Ghostwriter:
Der Skandal um das Buch ging größtenteils um die "Ghostwriter Geschichte". Da es ihr Debüt als Schriftstellerin war, hat Zoe Sugg sich Hilfe bei einer erfahrenen Schriftstellerin geholt, was in meinen Augen absolut legitim ist. Trotzdem war es komisch, dass auf dem Buch nur der Name Zoe Sugg draufsteht. Ich gehe davon aus, dass es jetzt geändert wurde und ich bin gespannt, ob sich der Schreibstil im zweiten und dritten Buch ändert.

Schreibstil:
Da das Buch von sogesehen zwei Autoren geschrieben wurde, weiß man nicht, welche Szenen inwiefern von wem beeinflusst wurden. Trotzdem hat mir der Gesamtton des Buches gefallen. Die Sprache war nicht zu anspruchsvoll, aber zu dem Buch passend.

Meine Meinung:
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Ehrlich gesagt, habe ich nicht wirklich mit einer so guten Gesamtmeinung gerechnet. Ich konnte mich sehr gut mit Penny identifizieren. Sie war sehr liebnswürdig, obwohl ich manchmal ihre Handlungen nicht nachvollziehen konnte. Penny ist sogesehen eine typische Teenagerin und sie hat Probleme, wie sie viele haben die in dem Zeitalter des Internets aufwachsen. Es ist interessant zu sehen, wie sich ein neues Leben bei ihr anschleicht und sie lernt mit allem umzugehen. Jedoch konnte man gut erahnen, was Noahs Geheimnis ist. Leider sogar schon ab der Mitte des Buches. Witzig fand ich, dass ich gehofft habe, dass die Puppe den Namen bekommt, den sie im Endeffekt auch bekommen hat. Natürlich kann ich noch weiter ausholen, aber im Allgemeinen fand ich das Buch empfehlenswert und das Ende sehr emotional und echt süß.

Eure Bücherdiebe

Bewertung: ****,5/*****
Seiten: 448
Alter: ab 12 Jahren
Verlag: cbj
ISBN: 978-3-570-40332
Preis: 9,99€ (Taschenbuch)
Link: zum Verlag, Amazon

Samstag, 10. Juni 2017

Freestyler ~ Katja Brandis



Hallo ihr Lieben,
heute stellen wir euch den Roman " Freestyler" von Katja Brandis vor. 


Inhalt: München, 2030. Das große Ziel der jungen Sprinterin Jola ist die Olympiade 2032 in Argentinien. Doch sie steht unter Druck: sie ist eine der wenigen Leistungssportler, die nicht modifiziert ist. Sie zählt nicht zu den sogenannten "Freestylern", die sich legal mit Implantaten oder High-Tech-Prothesen optimieren lassen. Das will sie auch eigentlich nicht... Oder doch, denn so hätte sie vielleicht noch eine Chance ganz oben mit zu sprinten?! Auch Ryan, der beinamputierte Sprinter, in den sich Jola verliebt, tritt in der Kategorie "Freestyler" an. Doch diese neuen Möglichkeiten bergen auch neue Gefahren... Gefahren, die die Sportler weder kontrollieren noch rückgängig machen können... Und so merken auch die Sportler bald, dass es nicht mehr nur um eine Medaille, sondern um Leben oder Tod geht ...

Meine Meinung:
Ich hatte bisher ein Buch von Katja Brandis gelesen ("Ruf der Tiefe") und durfte sie auch schon mal mit einem anderen Werk ("Schatten des Dschungels") bei einer Lesung erleben gemeinsam mit Hans-Peter Ziemek. Wie auch diese beiden spielt "Freestyler" in der Zukunft und setzt sich mit dieser kritisch auseinander. Der Leser und auch die Protagonisten fragen sich, ob es wirklich ein "echter" Sieg ist, wenn man sich optimieren lässt oder ob dann nicht die Firma mit der besten Technik gewonnen hat. Wie weit geht der Mensch, um die bestmöglichste Leistung aus sich herauszuholen? Macht er sich dadurch nicht eher kaputt? Spannende Fragen, die die Autorin mit ihrem Werk bestmöglich zu beantworten versucht. Hierbei verarbeitet Katja Brandis ihre eigenen Zukunftsvorstellungen im Leistungssport mit gar nicht so weit hergeholten Ideen aus unserer heutigen Zeit. Ich persönlich kann mir zwar nicht vorstellen, dass es im Jahr 2030 schon soweit ist, vor allem auch in Sachen Digitalisierung, die im Buch angesprochen wird. Jedoch glaube ich, dass es einige Jahre später im Leistungssport wirklich so aussehen könnte.
Die beiden Hauptcharaktere sind sehr sympathisch, beide auf ihre eigene Art und Weise. Unter den anderen Charakteren, von denen manche auch eine große Rolle spielen, gibt es auch einen Gegenspieler, über den man sich zwar den ganzen Roman über ärgert, jedoch wird durch ihn auch mehr Spannung in den Roman gebracht. Dieser Roman regt wirklich zum Nachdenken an und beinhaltet Einiges an Diskussionsstoff. Also wieder mal ein gut gelungener Zukunftsroman von Katja Brandis, dem eine Spur Romantik nicht fehlt.


Eckdaten:
Seiten: 438
Alter: ab 14/15
ISBN: 978-3-407-82101-0
Preis: 16,95€
Verlag: Beltz & Gelberg
Sterne:****von*****


Eure Bücherdiebe

Der Club der toten Dichter ~ N.H. Kleinbaum

Der Club der toten Dichter ist ein etwas älterer Roman, mit einer unglaublichen Verfilmung.

Inhalt:
Ein neues Schuljahr beginnt an der Welton Akademie und zum Beginn des Schuljahres kommt der neue Schüler Todd Anderson, sowie der neue Lehrer Mr. John Keating an die Privatschule für Jungs. Todd findet in die Freundesgruppe der guten Schüler durch seinen Zimmergenossen Neil Perry. Nach etwas Recherche über ihren neuen Englischlehrer finden die Jungs heraus, dass Mr. Keating dem Club der toten Dichter angehört hat. So beschließen die Jungs den Club wieder aufleben zu lassen. Nach dem Motto "carpe diem" übersetzt pflücke den Tag beziehungsweise nutze den Tag fangen ein paar Jungs an ihr Leben drastisch zu ändern, während alle zusammen nachts Gedichte in einer Höhle rezitieren.

Meine Meinung: 
Allgemein:
Ich fand das Buch Buch wirklich gut und sehr ansprechend. Leider habe ich den Film vorher schon gekannt, also hatte ich kaum Fantasie betreffend der Darstellung der Szenen. Gut war aber, dass ich vor allem die Handlung am Ende des Films vergessen hatte und mich dieses somit wirklich gut packen konnte. Trotzdem konnte das Buch nicht an den Film reichen. Aber es ist ja immer schwer großartige Werke zu überbieten und schlecht war der Roman allemal nicht. Das wunderbare am Roman und auch am Film war der Inhalt und der Film war auch sehr romangetreu gehalten. Die Idee hinter dem ganzen ist nichts besonderes. Ein paar Jungs an einer Elite Schule, die von dem für sie vorgeschriebenen Weg abkommen. Das besondere waren die kleinen Details und das Ende. 
Das Ende und der Schreibstil
Das Ende war sehr emotional. Obwohl das Buch nur relativ kurz ist, fand man sich so stark in das Buch rein gezogen. Man hat mit den Charakteren alles erlebt. N. H. Kleinbaum hat gezeigt, wie man ein wunderbares Ende schaffen kann, ohne das klassische Happy End zu gebrauchen. Der Schreibstil ist meist sehr persönlich und daher ist es Geschmackssache, ob er gefällt oder nicht. Der Roman war alles in allem einfach eine runde Sache.
Poesie:
Der Club der toten Dichter trägt nicht umsonst diesen Namen. Wie schon in der Inhaltszusammenfassung erwähnt, lesen die Jungs und auch Mr. Keating Gedichte vor. Diese Gedichte und Details, wie Mr. Keatings Weise zu unterrichten machen das Buch zu etwas besonderen und geben der Geschichte einen ganz besonderen Charakter. Interessant war auch die Wahl des Motives Carpe diem, welches auch in abgewandelter Form im Roman gestreut zu finden war.

Insgesamt kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist nicht allzu lang und lässt sich gut lesen. Eine weitere Motivation ist der tolle Film mit Robin Williams als John Keating, den ihr ja möglicherweise nach dem Buch gucken könntet.

Eure Bücherdiebe

Preis: 6,99€
Seiten: 158 
Sterne: ****,5/*****
ISBN: 978-3-404-11566-2

Donnerstag, 8. Juni 2017

Die Vermessung der Welt ~ Daniel Kehlmann

Heute kommt eine Rezension zu einem sehr bekannten Roman der Postmoderne. Die Vermessung der Welt beschäftigt sich mit zwei bekannten Wissenschaftlern und wie diese die Wissenschaft und das Leben sehen.

Inhalt:
Alexander von Humboldt ist der praktische Wissenschaftler, welcher reist und sich dadurch die Welt erschließt. Obwohl Carl Friedrich Gauß ebenso Wissenschaftler ist, könnten die beiden sich nicht unähnlicher sein. Gauß erforscht die Welt, indem er am Schreibtisch mathematische Formeln aufstellt, oder die Sterne betrachtet. Somit  zieht er aus einem Phänomen Rückschlüsse auf die gesagte Welt.
Der Roman beschäftigt sich mit dem gesagten Leben der beiden und ihren prägenden Momenten. Zum Schluss wird noch ein Treffen der Beiden, welches im ersten Kapitel erwähnt wird weiter ausgeführt.
Man sieht Gauß und Humboldt altern und merkt, welche Veränderungen die beiden im Laufe des Lebens durchlaufen und auch die Wahrnehmung der Wissenschaft so beeinflusst.

Bewertung:
Vor allem vom Schreibstil fand ich es ein sehr gelungenes Buch. Daniel Kehlmann hat einen ansprechenden Schreibstil. Vor allem die Wortwahl war interessant, wie auch die potentiellen Gedanken der Wissenschaftler. Jedoch haben mich die Hauptcharaktere ziemlich gestört. Obwohl ich Humboldt noch erträglich vom Charakter fand, war mir Gauß sehr unsympathisch. Humboldts Kapitel haben sich größtenteils so stark gezogen, weil die Berichte über seine Expeditionen sehr lang und auch langatmig waren.
Die Handlung an sich war ganz interessant, die allgemeine Umsetzung aber nicht nach meinem Geschmack. Das heißt nicht, dass es allen so ergehen muss, wie mir. Trotz allem denke ich, dass Die Vermessung der Welt ein gut erdachter Roman mit wahrer Basis ist. Selbst, wenn das Buch im Endeffekt nicht gefällt, zieht man einige Informationen zu den Amerika Expeditionen Humboldts und die Leben der beiden Wissenschaftler heraus. Spannender als eine Biographie der Beiden ist es allemal.

Eure Bücherdiebe

Das Buch ist sowohl als Taschenbuch, als auch als Hardcover erhältlich. Um die Geldbörse zumindest ein wenig zu schonen gebe ich die Taschenbuchausgabe als Richtwert an.
Link: zum Verlag, zu Amazon (beide Taschenbuch)
Sterne: ***(,5)/*****
ISBN:978-3499241000
Seiten: 304
Preis: 9,99€


Samstag, 27. Mai 2017

Sommerhaus später ~ Judith Hermann

Passend zum guten Wetter jetzt eine Rezension zu Sommerhaus später, einer leichten Lektüre für Warmwetterabende, mit neun Erzählungen.

Zum Inhalt: Da das Buch aus mehreren kurzen Erzählungen besteht, kann ich kaum etwas zu den Geschichten selbst erzählen. Trotzdem kann ich erstens etwas zum Aufbau sagen. Jede Erzählung unterscheidet sich von der anderen anhand besonderer Details. Alle Erzählungen fangen direkt im Geschehen an (in medias res) und lassen meist auch offene Enden und Fragen. Die Erzählungen haben aber nicht die Absicht die Geschichte, welche sie behandeln vollständig zu erzählen. Der Hauptaspekt sind die Beziehungen der verschiedenen Charaktere, dabei ist die Hintergrundgeschichte nur nebensächlich.

Zum Schreibstil:
Der andere Punkt, der hier neben dem Aufbau beleuchtet werden kann, ist der Schreibstil. Man findet innerhalb einer Erzählung mehrere wiederholte Elemente wieder. Diese sind jedoch nicht übergreifend durch das ganze Buch fortgeführt worden. Jede Erzählung steht für sich und so variiert auch der Schreibstil der Erzählungen teilweise. In einigen wird die Sprache benutzt, um Beziehungen, oder Charakterzüge besser darzustellen. So schafft Judith Hermann in jeder Geschichte ein neues Gefühl.

Meine Meinung:
Ich kann nicht sagen, dass mir das Buch missfallen hat, aber da  Erzählungen nicht so mein Milieu sind, war es auch nicht unbedingt das beste Buch, was ich bis jetzt gelesen habe. Trotzdem denke ich, dass es qualitativ sehr hochwertig war und für jemanden mit Vorliebe zu Erzählungen und Kurzgeschichten sehr ansprechend sein kann. Der Schreibstil hat mir sehr gefallen, aber der Inhalt zu dem ja leider nicht so viel sagen kann, ohne schon alles zu verraten, war für meinen Geschmack etwas zu skurril. Auch wenn diese ungewöhnliche Umgebung den Beziehungen noch einmal etwas mehr Charme verliehen hat, fand ich mich in einer sehr merkwürdigen Weltanschauung wieder. Nicht immer verstand man das Handeln der Menschen, was sehr ungewöhnlich und sehr lebensnah war, aber im Gegensatz zum echten Leben, waren die betroffenen komplett gleichgültig oder manchmal sogar trotz allem zufrieden.
Alles in allem war das Buch sehr verwirrend, aber trotzdem qualitativ geschrieben.

Meine Wertung: ***,5/*****
ISBN: 978-3-596-14770-0
Link: Fischer, Amazon
Preis: Taschenbuch 9,99
Seiten: 188

Samstag, 6. Mai 2017

Lesung von Robert Rittermann

Hallo ihr Lieben,
heute will ich über eine Lesung eines Erstlingswerks berichten.
Das Buch "Vincent, das ungruselige Ungeheuer", wurde von Robert Rittermann geschrieben und illustriert.
Es ist ein Bilderbuch für Kinder ab 7 Jahre.
Und auch wenn ich älter bin als 7 Jahre, war es für mich wirklich toll diese Lesung mit zu erleben und der Geschichte von Vincent zuzuhören.

Vincent Cover

Zum Inhalt:
Wie der Titel schon sagt, geht es um das Ungeheuer Vincent. Doch so ein richtiges Ungeheuer ist Vincent eigentlich nicht! Zumindest sagen das seine Monster-Freunde.
Er sieht zwar aus wie eines, benimmt sich jedoch nicht so. Normalerweise erschrecken Monster Menschen und haben Angst vor Hunden, doch Vincent liebt Hunde und fürchtet sich vor Menschen. Seine besten Freunde setzen nun alles daran aus Vincent ein gruseliges Ungeheuer zu machen. Aber, wird ihnen das wirklich gelingen?


Die Texte sind mit viel Liebe und Mühe gestaltet worden und werden vor allem kleine Leser begeistern. Die lustigen Illustrationen verbunden mit vielen Überraschungen, denen man selbst während des Lesens begegnen wird, lassen einen schmunzeln und auch Jugendliche wie mich in die Geschichte von Vincent eintauchen.
Und eine klare Botschaft fehlt bei diesem Werk auch nicht, aber diese solltet ihr selber herausfinden.


Eckdaten:


Meine Bewertung: ****,5/*****
Verlag: DIX-Verlag
ISBN: 978-3-941651-13-5
Preis: 11.00€
Seiten: 42


Eure Bücherdiebe

Serie: Tote Mädchen lügen nicht

Da ich leider das Buch nicht vor der Serie geguckt habe, gibt es keinen Vergleich, sondern meine Meinung zu der Serie, welche sich meiner Meinung nach mit einem äußerst wichtigen Thema beschäftigt. 

Obwohl alle vermutlich wissen, worum es geht fasse ich einmal ganz kurz zusammen, für die, die sich von social media Platformen fernhalten und nichts von dem Hype bemerkt haben. 

Inhalt:
Hannah Baker hat Suizid begangen und ist somit tot. Daran kann keiner mehr  etwas ändern. Aber bevor Hannah sich das leben nahm hinterließ sie dreizehn Tapes, für jeden, der zu ihrem Suizid beigesteuert hat. Als Clay Jensen diese Tapes bekommt ist er mehr, als nur verwirrt, weil er mit Hannah nur befreundet war und sie sogar mochte. Dies kann man nicht von den meisten anderen auf ihrer High School behaupten. Hannah hatte mit Mobbing zu tun, wie es scheint, aber das war nur das kleinere Übel.

Meine Meinung

Machart:
Die Serie war ganz in Ordnung bemacht, meiner Meinung nach aber den ganzen Hype überhaupt nicht wert. Dafür waren die Schauspieler gut gecastet. Sie passten gut zu ihren Rollen und das war ein recht positiver Aspekt. Sonst waren für mich die vielen Wechsel der Perspektiven zwischen den Freunden oder "Nicht-Freunden" sehr verwirrend. Dahingegen ein sehr schönes Detail waren die Übergänge zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Man sah Hannah noch regelmäßig und hatte deshalb die Illusion, sie wäre vielleicht doch nicht gestorben, aber dann wurde das Bild dunkler und bläulicher. Man war an dem selben Ort, aber an einer anderen Zeit und vor allem ohne Hannah.
Ich persönlich habe bis zum Ende gehofft sie wäre vielleicht doch nicht gestorben und Clay stellt sich nur die Welt ohne Hannah vor. Leider wurde ich in diesem Punkt wie auch viele andere Personen enttäuscht, aber dies war ja eigentlich schon von Anfang an klar.

Thematik:
Ich werde jetzt auch auf das Ende eingehen, da ich die Thematik wichtig und vor allem sehr erschreckend finde, daher wird der nächste Abschnitt das Ende vorwegnehmen, für alle die weder die Serie, noch das Buch kennen. 
Anfangs ist noch nicht ganz so klar, wieso Hannah sich umgebracht hat. Alle gehen von Mobbing aus, vor allem ihre Eltern. Deshalb scheint ihre Reaktion übertrieben. In zwei der späteren Tapes, aber fällt das schwere Thema der Vergewaltigung. 
Zuerst sieht sie, wie ihre frühere beste Freundin vergewaltigt wird, dann vergewaltigt der selbe Junge später Hannah. Sie ist wie eine Puppe kann bei ersterem nicht eingreifen und bei letzterem sich nicht wehren. 
Man merkt, dass hinter ihren Fassaden sich viel mehr abgespielt hat, was keiner bemerkte. Obwohl ihre Verzweiflung mehrmals vor dem Suizid herauskam ist niemand eingeschritten. Sie kann damit nicht umgehen und auch nach ihrem Tod bröckelt die Fassade der Menschen um sie herum. Ihre ehemals beste Freundin kommt  nicht vom Alkohol weg und ihr ehemals bester Freund schießt sich in den Kopf und überlebt nur knapp. 
Angefangen hat diese Abwärtsspirale mit einem Foto. Das Verhalten der Männer-Clique zeigt deren Unerfahrenheit und ihr unreifes Verhalten. Sie wissen nicht, dass ein Mädchen bei Bewusstsein sein sollte, wenn man mit ihr schläft und wenn sie nein sagt, sie nicht mit Gewalt dazu genötigt werden sollte. 
Das Buch/ die Serie zeigt auf, das in der Gesellschaft vor allem durch Unwissen unter Jugendlichen solche Problem entstehen können. Die Geschichte ist vor allem deshalb so wichtig, weil sich solche Abwärtsspiralen, welche für viele Jugendliche im Tod endeten öfter ereignen, als wir denken. Auch die Serie richtet sich an ein jüngeres Publikum und spricht somit genau die von dieser Problematik betroffenen an.

Eure Bücherdiebe

Montag, 1. Mai 2017

Das Gelübde ~ Kai Meyer

Erst einmal zum Inhalt des historischen Romans

Inhalt: 
Clemens Brentano ist nicht gläubig und fährt daher nicht wie alle anderen Pilger zu Anna Emmerick, um sie und ihre Wunden anzubeten, sondern um sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass die Verletzungen an Annas Füßen, Händen und Kopf keine Stigmata sind. Durch den Fürspruch seines Bruders lernt er sie kennen. Schnell merkt er, dass Anna die Schmerzen und Wunden gerne aushält, welche auch Jesus Christus am Kreuz erleiden musste und sie Visionen von Maria, der Mutter Jesus` hat. Über die Visionen, kann sie mit keinem der geistlichen sprechen, da sie diese nicht verstehen würden und Anna verachten würden. Da sie aber von ihnen abhängt, erzählt sie nur Clemens Brentano davon und auch er lernt bald eine Dame im schwarzen Umhang kennen und sieht, dass Annas Verletzungen nicht ohne Grund denen von Jesus Christus ähneln.

Schreibstil:
Ich habe es nicht anders erwartet, da ich bereits schon ein paar Bücher von Kai Meyer gelesen habe, aber ich erwähne es gerne noch einmal: Der Schreibstil war wirklich toll. Man wird in das Buch gesogen und will es nicht mehr aus der Hand legen. (Hier die Rezension zu Phantasmen

Meine Meinung:
Dass das Buch so kurz war hat mich ehrlich gesagt sehr gewundert. Ich kannte die Geschichte der Anne Emmmerick vorher noch nicht, aber habe mich nachher ein wenig informiert. Da die Geschichte anders ausgelegt wurde, als überliefert, was jedem Autor freisteht, hatte ich vor allem zum Ende des Buches hin immer mehr Fragen, welche leider nicht aufgelöst wurden. Ich bin mir nicht sicher, wie viel davon man noch selbst herausfinden kann, aber meine Fragen liste ich unten, damit mir vielleicht sogar jemand helfen könnte, ohne andere zu spoilern.
Sonst fand ich vor allem die Idee hinter dem Roman sehr kreativ. Wir haben eine festgelegte Geschichte/ Begebenheit und diese wurde ausgeschmückt durch sehr interessante und nicht in der Überlieferung berücksichtigte Aspekte, wie die Liebe. 
Mein einziger Kritikpunkt wäre das sehr offene Ende, aber im großen und ganzen habe ich das Buch sehr genossen.

Fragen:
- Was hat es mit dem Drachen auf sich und wieso sieht Clemens sich selbst als den Drachen?
- Wenn Anna Maria ist, wieso hat sie dann diese Visionen von sich selbst? 
- Wieso handelt Maria so, wenn sie doch eigentlich das absolute Gegenteil sein müsste?
- Was passiert jetzt mit Clemens und so nach ihrem Tod, da er ja schließlich schlecht ist (Drache)?
- Welche Rolle spielt Clemens bei dem ganzen?
- Welche Rolle kommen dem Kindergeschrei in den Visionen und der Puppe zu?

Eure 
Bücherdiebe

Allgemeines:

Verlag: Bastei Lübbe
Bewertung: ****,5/*****
Seitenzahl: 205
historischer Roman

Montag, 24. April 2017

Die Flügel der Freiheit ~ Tilman Röhrig

Hallo ihr Lieben

Heute werden wir euch das Buch die Flügel der Freiheit vorstellen, ein historischer Roman.


Zum Inhalt:

Zu Beginn des Buches sitzt Martin Luther noch auf der Wartburg fest, als Junker Jörg. Wenig später aber kehrt er zurück und nimmt unter seinem richtigen Namen die Verbreitung des Evangeliums und der deutschen Übersetzung in Angriff, welche er selbst anfertigte. Währenddessen versperren ihm einige Hindernisse den Weg, vor allem sein Widersacher Thomas Müntzer.
Das Buch folgt zwar auch Martin Luther aber ist stärker fokussiert auf Thomas Müntzer. Als Bindeglied zwischen den beiden Predigern ist eine Liebesgeschichte eingewoben, welche sich zwischen Dorothea von Gerlach und Bartholomäus Reiche entfaltet. Der Roman basiert größtenteils auf Grundlage der historischen Ereignisse, die Liebesgeschichte aber ist frei erfunden, jedoch ein nettes Detail.

Zum Schreibstil:

Es ist selten auf einen Schreibstil dieser Art zu treffen. Er war besonders und der Roman war unglaublich gut geschrieben. Viele Autoren heutzutage haben weniger Anspruch für uns als Leser, während Tilman Röhrig die perfekten Worte wählt um das richtige Bild zu kreieren.

Meine Meinung:

Ich habe mir ehrlich gesagt das Buch nicht ganz so vorgestellt, wie es wirklich war. Wie ich schon vorher gesagt habe, war der Schreibstil sehr gut, aber da man relativ viele Kapitel zu Thomas Müntzer hatte, welchen ich von Anfang an nicht mochte. Ich fühlte mich unwohl von ihm zu lesen, da ich ihm und seinen Lehren eher wenig Beachtung schenkte und seine Aussagen für unglaubwürdig hielt. Die Liebesgeschichte hingegen fand ich ein schönes Detail, da diese aus der Feder des Autors stammt. Jedoch waren teilweise die Liebesszenen auch zu gut beschrieben und das Buch sollte vor allem von Erwachsenen Lesern mit einer diesbezüglich etwas niedrigeren Hemmschwelle gelesen werden und ist vor allem für Kinder nicht geeignet. Sonst aber war die Geschichte um Martin Luther gut erdacht und meiner Meinung nach auch gut in den historischen Kontext eingewoben.
Deshalb ist der Roman gut gelungen und trotz den Kritikpunkten wirklich lesenswert und verdient eine sehr hohe Bewertung. Für die die noch etwas warten wollen und das Buch als Taschenbuch kaufen wollen lasse ich den Link zum Vorbestellen auf Amazon auch noch unten.

Eure Bücherdiebe

Meine Bewertung: ****,5/*****
Verlag : Pendo von Piper
ISBN: 978-3-86612-334-2
Preis: 20€ (Hardcover)
Seiten: 480
Link: Zum Verlag, Zu Amazon (Hardcover), Zu Amazon (Taschenbuch)

Montag, 27. März 2017

Der kleine Hobbit ~ J.R.R. Tolkien

Heute eine Rezension zu einem Buch, was ein jeder Buchliebhaber gelesen haben muss. Es geht um J.R.R. Tolkiens Der kleine Hobbit.

Allgemeines:
Der Hobbit wird als Vorgeschichte von Herr der Ringe gesehen und ist somit auch zeitlich vor Herr der Ringe gelegen. Wir erfahren schon einiges über die Welt, die Tolkien geschaffen hat und erfahren die Ursprungsgeschichte des Ringen und wie er zu Bilbo Beutlin kam. Da es im Gegensatz zu den Herr der Ringe Büchern nicht allzu lang ist, ist es schön, um in die Welt einzusteigen.

Zum Inhalt:
Bilbo Beutlin ist eigentlich kein abenteuerfreudiger Hobbit. Trotzdem wird er von Gandalf auserwählt und bestreitet mit den dreizehn Zwergen eine anstrengende Reise. Auf ihrem Weg zum Drachen und dem Zwergengold stoßen sie auf Gefahren und Widerstände, die sie nur gemeinsam mit Bilbo, dem Meisterdieb bestreiten können. Als Bilbo durch Zufall und eine List der Trolle in den Besitz des magischen Rings kommt, ändert sich vieles und auch der Hobbit sieht ein, dass er nicht dafür geboren wurde nur zu Hause zu bleiben. Er, Bilbo Beutlin ist ein geborener Meisterdieb.

Meine Meinung:
Egal, wie man die Geschichte findet und selbst wenn man zu faul ist Herr der Ringe zu lesen, der kleine Hobbit ist gut zu schaffen und deshalb heutzutage ein Buch was man unbedingt lesen muss.
Es war kurz und sehr gut geschrieben. Meiner Meinung nach vielleicht sogar etwas zu kurz. Man konnte es gut lesen und ich bin deshalb auch sehr gespannt auf die Herr der Ringe Bücher. Es ist alles irgendwie zu kurz gekommen. Alles wurde beschrieben, aber man will nicht nur hören, was passiert, sondern auch Details hören. Das ist alles Kritik auf sehr hohem Niveau, aber bei diesem Buch kann man wirklich nur auf sehr hohen Niveau kritisieren. Interessant wird es im Anschluss die Filme zu gucken, die ich mir aufgespart habe, bis ich das Buch gelesen habe.
Vor allem bei Fantasy macht man sich immer eigene Bilder und die Verfilmungen sind daher immer sehr kontrovers. Da aber die Filme trotzdem gute Bewertungen bekommen haben, bin ich trotzdem zuversichtlich, vor allem weil man ja Charaktere wie Gollum, Gandalf und Bilbo schon kennt, ohne den Film gesehen zu haben.
Etwas was dann ärgert ist wenn bei so oft verlegten Büchern Fehler zu finden sind, auch wenn es nur ein Wort ist (S. 311), wäre es gut dieses für folgende Ausgaben zu ändern.
Dies ist aber nur ein kleiner Abzugspunkt und nicht weiter schlimm.

Eure Bücherdiebe

Die hier im Bild gezeigte Ausgabe ist die, welche ich gelesen habe, aber es gibt einige weitere.

Meine Bewertung:****,5/*****
Verlag: dtv (Meine Ausgabe)
Alter: ab 12
ISBN: 978-3-423-21412-4
Seiten: 334
Preis: 9,95€
Link: dtv ; Amazon

Freitag, 3. März 2017

Endstation Sehnsucht ~ Tennessee Williams

Endstation Sehnsucht, ein Theaterstück von Tennessee Williams. Das Theaterstück ist im deutschsprachigen Raum eher unbekannt, jedoch öfter im Englisch Unterricht genutzt.

Zum Inhalt:

Blanche kommt an einem Nachmittag zu Stella um bei ihr Hilfe zu finden. In New Orleans, merkt Blanche, dass nicht immer alles so ist, wie sie es haben will, doch trotzdem versucht sie es so zu gestalten. In der Zwischen zeit findet Stellas Ehemann, der eine starke Alkoholabhängigkeit entwickelt hat, heraus wieso sie überhaupt bei ihnen wohnt. Das berühmte Ende setzt dem Drama/ Theaterstück die Kirsche oben drauf.

Meine Meinung:

Es ist zwar nicht das, was man eine typische, klischeehafte Liebesgeschichte nennen kann, aber es war trotzdem gut zu lesen, vor allem im Genre gesehen. Allgemein aber schneidet das Buch schlechter ab. Durch das für Theater gebräuchliche Dialogformat ließt es sich nicht sehr flüssig und ohne viele der benötigten Details ist der Leser manchmal auch verwirrt, weil das Chaos nicht mehr durchschaubar ist. Die handelnden Personen sind hier sehr stark und sich selbst getreu. Es sind keine Sympathiefiguren. Der Autor baut eher auf die Handlung und nicht auf Sympathie. Jeder Akteur in diesem Theaterstück spielt eine wichtige beitragende Rolle und vor alle die scheinbar unwichtigen Personen sind für den Hintergrund und die Handlung unterschwellig wichtig, da sie das Setting und die bildliche Metaphorik des Buches unterstützen.

Meine Meinung bezieht sich auf die englische Originalausgabe (aufgelegt im Klett Verlag) und kann somit für die deutsche Ausgabe anders ausfallen. Trotzdem ändern sich sprachliche Bilder und Metaphorik in den Sprachen nicht, also sind nur kleine Änderungen in meiner Meinung zu vermuten.
Wie ich es aber am Ende vieler Rezensionen sage, gilt es sich eine eigene Meinung zu bilden.

Eure Bücherdiebe

Verlag: Fischer
Sterne: ***/*****
Preis: 7,95€
ISBN: 978-3-596-27120-7
Link: Amazon, Fischer Taschenbuch